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Verzeichnis Geschichten
Hallo ihr Lieben!
Nun seid ihr schon drei Tage auf Sizilien und lasst Euch in der Sonne braten, während bei uns gerade
erst der Frühling richtig ausgebrochen ist. Temperatur zur Zeit hier 18 Grad, sonnig heiter.
Ellen ist heute Morgen nach Düsseldorf zu Ulla gefahren. Zunächst mit Schwierigkeiten, als sie am Bahnhof bemerkte, daß sie ihren Mantel vergessen hatte, zumal für Düsseldorf leichter Regen voraus gesagt war. Es war schon etwas zu spät, um zurück zu fahren. Dennoch kam sie fast mit einer Stunde Verspätung in Düsseldorf an.
Zuvor gab sie mir noch einige Verhaltensweisen zur beflissentlichen Beachtung wie folgt:
1. Das Mittagessen stehe auf dem Boden im Speisekämmerchen.
Ich erwiderte ihr, das höre sich an, als wenn dies ein Fressnapf für einen Hund wäre. Ellen lachte etwas dünn und wiederholte sich mehrmals, um zu verhindern, daß ich ohne irgend ein Ergebnis im Kühlschrank herum wühle.
Als ich dann um die Mittagszeit die Tür zum Speisekämmerchen öffnete, schlug mir ein eigenartiger Kanalgeruch in die Nase bis ins Hirn.
Aufgeschreckt suchte ich die Wände ab, da offensichtlich das in der Wand liegende Abflussrohr unserer Toilette im Badezimmer defekt war.
Ich schnüffelte überall herum und tatsächlich von unten kam ein starker Duft von landwirtschaftlicher Gülle auf. Nicht daß ich nun entsetzt gewesen wäre, nein, nein und nochmals nein, dieser Geruch erinnerte mich allzu angenehm an Kindertage , wo die Bauern noch ihr so genanntes Puddelfass, das immer etwas undicht war, aufs Feld fuhren.
Bei dieser etwas aufwändigen Suche, entdeckte ich auch den für mich bestimmten geschlossenen Kochtopf in einer Ecke dieses Verlieses. Als ich ihn in der Küche öffnete, war das Rätsel gelöst, da dieses Duftgas in seiner höchst möglichen Konzentration sich aus der engen Umklammerung des Topfes ganz befreien konnte.
Zunächst sei bemerkt, die Oberfläche dieses Gerichtes sah - milde ausgedrückt - nicht sehr einladend aus und entsprach ganz der entströmenden Geruchsqualität. Mit einem Esslöffel kontrollierte ich vorsichtig die Beschaffenheit des Inhalts und entdeckte bandwurmähnliche Nudeln, Rosenkohl, zerrissene und zerstückelte Würstchen in einer trüben Brühe.
Man sagt ja, das Auge isst mit. Aber offensichtlich war ich durch meinen großen Hunger mit Blindheit geschlagen, denn mir lief jetzt das Wasser im Munde zusammen. Ich konnte es kaum erwarten bis die Mikrowelle alles erhitzt hatte. Dann mampfte ich mit bestem Appetit los.
Hunger ist der beste Koch!
2. Ellen verlangte noch eine Auto Reinigung in der Waschstraße. Was mir dort passierte, berichte ich im nächsten Fax, da in diesem dafür kein Platz mehr frei ist.
Ich wünsche euch noch schöne Ferientage und seid herzlich gegrüßt,
Euer Nickelklaus
PS :Fax vom Hotel ständig besetzt.?