Die Freuden des Rückflugs
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Liebe Rückreisewillige (?),
Die Lust ein Reiseleben zu führen, hat Euch getrieben, Euer Land zu verlassen, aus der Heimat in die Fremde zu wandern...
' Alles hat ein Ende - nur die Wurst hat zwei. ' -
Solch Profanes ist eine Warnung, die Koffer bald packen zu müssen und nicht gerade eine Stunde vor dem Transfer.
Das Wiedereinpacken kostet unumgänglich Leib und Seele schwächende Überwindungsenergie , weil man , Gott weiß wie, unwillig, am liebsten noch ein Paar Tage in der Sonne dranhängen möchte. Andererseits wird sich eine tief im Innersten wühlende Ahnung aufbrechend realisieren:
Zu Hause in Deutschland ist es eh am schönsten:
Die eigenen Betten . Die so lange vernachlässigte Küche gelüstet Euch zu dienen, Deftiges nach alter Mutter- Sitte zu richten.
Obendrein warten das Haus, der Garten voll Sehnsucht und nicht zu vergessen die Daheimgebliebenen, Freunde, Verwandte und Anverwandte , die Euch so lange vermissen mussten.
Ihr solltet in einem solchen Ausmaß gar nicht so untröstlich sein, die Abreise antreten zu müssen, da Ihr zu Hause von allem, was da kreucht und fleucht mit offenen Armen empfangen werdet.
Das Wetter grüßt freundlich, wie es sich gehört: romantisch, morbide herbstlich .Die Bäume zeigen in ihrem fahlen Grün goldene Flecken und, zwischen drin lugen aus einigen Blättern noch ganz vereinzelt kleine Apfel- Köpfchen mit schamroten Pausbäckchen keck hervor (die Schlingel wollen vielleicht von Amseln gefressen werden ?)
Gepriesen sei der Weg zurück in die Heimat, den Schmerz des Heimwehs zu stillen:
Der Einstieg in das Luftfahrzeug: Ein Ergötzen der Sinne: Freundliche, charmante, reizende Stewardessen begleiten Euch beim schwebenden Flug durch den Himmel. Und die Freuden des Gaumens, die sie Euch lächelnd bieten: das erste deutsche Schwarzbrot, die erste heimatliche Leberwurst nach langer Zeit. Oh ,welch köstliche Delikatesse!
Und dann die Landung:
Aufatmen. In tiefen Zügen Einatmen .Ah, welch kühle, säuselnde, ach so wiederbelebende Brise. Und endlich...endlich Heimatboden, trittfest, unbeschreiblich urdeutsch zuverlässig, sicher bis in die Knochen.
Ungeduldiges Ausschauen nach den Habseligkeiten am Transportband, um schnell, noch schneller das Haus aller Häuser zu erreichen.
Mit demonstrativer Ruhe, doch zutiefst aufgewühlter Seele dreht er den Schlüssel, die Tür des Hauses zu öffnen, macht auf, läßt ihr, selbstverständlich, doch mit mühsam beherrschter Ungeduld die Gunst des Vortritts.
Und dann.... die Sensibilitäten schmählich Verlassener: Das Haus...
Es gibt sich den Anschein, aus Trotz beleidigt zu sein in seiner Einsamkeit: Es riecht menschenleer, muffig sauber, diskret feinnervig- abgestanden, anders...dann aber vorbehaltlos anheimelnd vertraut.
Jetzt seid Ihr richtig zu Hause !
Guten Rückflug wünschen wir alle.
Euer Klaus Nickel , alias Nickelklaus oder auch Unsinnopa ist diese geschichte wahr oder gelogen?
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