Marlies, wir danken Dir

Home
Verzeichnis Reden
Heute ist Samstag, der 2. 12. 00.

Gestern Abend waren wir zu dem großen Geburtstag von Marlies - ihr 60-ster Geburtstag - in Köln im Hotel ''Wolkenburg'' eingeladen.
Die Freunde bzw. der kleinere hiesige Freundeskreis fuhr geschlossen mit der S-Bahn einmal vom örtlichen Bahnhof , Waltraud und Karlheinz von dem ihrigen.(Wir hatten nicht die Absicht ''trocken zu feiern'', so dass die eigenen Autos zu Hause bleiben mussten).
Die Gruppe bestand aus: Herta und Helmut , Else und Hartmut , Ellen und Klaus . Waltraud und Fred '' brieten dagegen eine Extrawurst'': sie fuhren getrennt von unserer Gruppe mit ihrem eigenen Wagen nach Köln. Sie hatten die durchaus verständliche Absicht, eine schöne Nacht in einem intimen Hotel in Köln zu verbringen und wollten sich der Strapaze der Rückreise in der Nacht nicht aussetzen.
In Köln angekommen, machten wir einen kleinen Fußweg zur Sankt-Gerion-Kirche, wo ein ganz besonderer Dankgottesdienst für das echte Kölsche Mädche Marlies stattfand.
Der Pfarrer, ein Freund der Familie seit der jugendlichen Sturm-und Drangzeit Willis, verstand es, auf eine kölnisch-humorvolle und dennoch ernsthafte Weise das Gleichnis der verschiedenen Arten von Früchten im Garten des Herrn nicht nur für Marlies und deren Anhang sondern dessen Bedeutung für uns alle verstehen zu lassen.
Wie bei den Geburtstagsreden zu erfahren war, hatten die Kinder der Familie die große Geburtstagsfeier in diesem Hotel arrangiert. Hat doch für Marlies die ''Wolkenburg'' eine besondere, geschichtlich familiäre Bedeutung.
Ihr Großvater, Besitzer dieses Restaurants und ihr eigener Vater waren in diesem Haus geboren worden. Somit kamen die Kinder einem tiefen Herzenswunsch ihrer Mutter nach.
Ein wunderbar renoviertes Hotel, das während des Krieges ziemlich zerstört war. Ein sehr einladender Innenhof für den Empfang, worauf dieses Hotel in seinem Aushang als den ''schönsten Innenhof von Köln'' zu Recht stolz hinwies. Die inneren Räume bzw. der Festsaal war sehr gediegen, vornehm.
Ältere, einfache in blaugrün gemalte Ornamente an den Wänden mit kleineren Abnutzungserscheinungen wollten wie absichtlich auf eine ältere Geschichte dieses Gebäudes hinweisen. All dies verlieh diesem Festsaal trotz allem Gepränge eine schöne kölnisch gemütliche Atmosphäre, die den Gastgebern wohl zu Gesicht stand.
Der Empfang für die Gäste war großzügig bemessen. Nicht gegeizt wurde mit Champagner, diversen Fruchtsäften und sowohl kalten als auch warmen, erlesenen Eingangshäppchen, die unermüdlich von freundlichen Kellnern und Kellnerinnen mit anmutig kurzen Röckchen den Gästen angeboten wurden.
Natürlich wurden die obligatorischen Geburtstagsreden vom Familienchef Willi persönlich begonnen und schließlich von einem guten Hausfreund und ehemaligen Wohnungsvermieter aus alten Zeiten der Familie fortgeführt.
Der letztere gestaltete seine Rede auf eine sehr ansprechende humorvolle und zum Schluss nachdenkliche Art, die ihm von allen Anwesenden mit einem begeisterten, großen Applaus vergolten wurde.
Später demonstrierten die Kinder einen hervorragend hergestellten Videofilm mit Bildern und alten Film- Ausschnitten, die Marlies in ihrer Jugend, Heirat und mit der darauf folgenden Nachkommenschaft zeigten. Das alles war mit schmissiger Musik und Schlagern der jeweiligen Zeitabschnitten untermalt.
Im letzten Teil dieser filmischen Vorführung wurden die Gäste und ganz besonders Mutter Marlies durch das Familien-Kinder-Quintett ''Die fünf Stechäpfel'' freudig überrascht:
eine musikalische, tief zu Herzen gehende Huldigung an die einzigartige Mutter, die mit ihrer Liebe, der Kraft und Ausdauer wie eine Löwin das Familienrudel schützt, zusammenhält und in Unbilden des Lebens wieder aufrichtet.
Zwichendurch in den Pausen begab man sich zum Büfett, wo die herrlichsten Speisen auf einen warteten. Das Vorspeisen-Büfett war bereits so gut ausgestattet, um auf eine Hauptmahlzeit verzichten zu können.
Da wir zur Zeit in einer so genannten BSE-Krise leben, gab es einige Auswahlmöglichkeiten an Gemüse und Fisch. Für diejenigen, die einem Steak nicht widerstehen können, gab es schön und saftig zubereitetes Fleisch aus südamerikanischen Ländern, das bis heute als absolut einwandfrei gilt.
Die Zeit verging sehr schnell und das um so mehr, je mehr sie gegen Mitternacht zu ging. Der Termin unserer allerletzten Zugverbindung nach Hause war 1. 32 Uhr Abfahrt Hauptbahnhof Köln. Wir hatten drei Möglichkeiten dorthin zu gelangen: 1. Zu Fuß; 2. Die U-Bahn nehmen mit einem Fußweg von ca. 5 Minuten; 3. Ein Taxi.
Nach einigem Hin und Her entschied die Mehrheit für ein Großraum-Taxi, das uns recht preiswert zum Hauptbahnhof brachte.
Die S-Bahn kam, ein auffällig langer Zug mit sehr vielen Wagen. Wir bekamen alle zusammen einen Platz, doch bevor der Zug den Bahnhof verließ, war dieser überbesetzt, so dass einige Fahrgäste sogar stehen mussten.
Die vier Damen unterhielten sich angeregt während der ganzen Fahrt, während wir vier Männer nach einem kurzen Gespräch über Fußball hin und wieder eindösten.
Die Fahrt zog sich etwas länger hin, als wir es mit dem Eilzug gewöhnt sind. Die S-Bahn benötigt eben fünfzehn Minuten länger für diese Strecke. Anschließend fielen wir müde ins Bett.
Obwohl wir alle gerne länger mit dem Geburtstagskind gefeiert hätten, waren wir im Bett doch froh und glücklich darüber, diesen relativ frühen Rückreisetermin wahrgenommen zu haben und nicht den ersten Zug am Morgen so gegen fünf Uhr mit langweilig stundenlangen Wartezeiten im Kölner Hauptbahnhof.
Doch bevor wir in kölsche Träume versanken, dachten wir noch einmal an die liebe Marlies und baten den lieben Gott, sie sehr, sehr lange glücklich und zufrieden im Kreise ihrer Familie schalten und walten zu lassen.

Klaus Nickel alias Nickelklaus oder Unsinnopa
Zum Verzeichnis Reden
Startseite